Anna Stög­bau­er

Anna Stög­bau­er, geb. am 01.06.1907 in Gerst­ho­fen, er­mor­det am 26.08.1943 in Ausch­witz aus so­zi­al­ras­sis­tisch Grün­den

El­tern­haus und So­zia­li­sie­rung

Anna Stög­bau­er1 ist die Toch­ter des aus Scheu­reck, Land­kreis Pracha­titz in der Tsche­cho­slo­wa­kei stam­men­den Ju­li­us Stög­bau­er2 und des­sen ers­ter Ehe­frau Ma­ria Anna Stög­bau­er, geb. Kap­fer3 , die aus Gerst­ho­fen stammt.

Ma­ria Anna ist 7 Jah­re äl­ter als ihr Mann und bringt den un­ehe­li­chen Sohn Sig­mund (geb. 1894) mit in die Ehe4 , auch eine un­ehe­li­che Toch­ter Adel­gun­de Kap­fer (geb. 1899) ist nach­weis­bar.5

Ju­li­us Stög­bau­er muss vor der Jahr­hun­dert­wen­de nach Gerst­ho­fen ge­kom­men sein. Er ist bei den Farb­wer­ken Gerst­ho­fen als Kon­to­rist an­ge­stellt und ver­dient dort recht or­dent­lich.6

Sein Bru­der Adolf ist eben­falls in Gerst­ho­fen wohn­haft und ar­bei­tet als Hei­zer, der zwei­te Bru­der Leo­pold wohnt in Schön­mühl; Franz Stög­bau­er, ein drit­ter Bru­der wohnt und ar­bei­tet in Moos­burg.7

Ju­li­us und Ma­ria Anna ha­ben vor ih­rer Ver­ehe­li­chung 3 ge­mein­sa­me Kin­der: Jo­sef, geb. am 21.2.1901, Alo­is8 , geb. am 23.8.1902, und Vik­to­ria, geb. am 19.8.1903. Jo­sef und Vik­to­ria ver­ster­ben im frü­hen Kin­des­al­ter9 Ma­ria Anna Kap­fer und Ju­li­us Stög­bau­er hei­ra­ten im No­vem­ber 190510 Am 6. Ja­nu­ar 1906 kommt ihre Toch­ter Kres­zenz11 zur Welt, Anna wird am 1. Juni 1907 ge­bo­ren.12

Tod der Mut­ter – er­neu­te Hei­rat des Va­ters – „Patchwork“-Familie

Be­reits am 27. März 1909 ver­stirbt Ma­ria Anna Stög­bau­er in Gerst­ho­fen im Al­ter von 37 Jah­ren an Was­ser­sucht.13 Der Va­ter steht jetzt mit 3 klei­nen Kin­dern Alo­is (7 Jah­re), Kres­zenz (3 Jah­re) und Anna (2 Jah­re), dem 15-jäh­ri­gen Stief­sohn Sig­mund und der Stief­toch­ter Adel­gun­de da. Er hei­ra­tet im Ja­nu­ar 1910 Kres­zen­tia Schnei­der.14

Die­se bringt wie­der­um den un­ehe­li­chen Sohn Jo­sef (1901–1961) mit in die Ehe. Aus die­ser zwei­ten Ehe geht auch eine wei­te­re Toch­ter, Rosa her­vor.15 Es kann, ja muss an­ge­nom­men wer­den, dass ein Zu­sam­men­le­ben der Patch­work Fa­mi­lie nicht ganz rei­bungs­los ver­lau­fen ist.16 Anna Stög­bau­er be­schreibt ih­ren Va­ter als tüch­tig und flei­ßig, der aber ge­gen Frau und Kin­der ernst und grob ist und viel trinkt.17 Er ist nie­ren­lei­dend. Die Nach­barn be­schrei­ben ihn als frei­sin­ni­gen, re­li­gi­ons­lo­sen So­zi­al­de­mo­kra­ten.18 Ihre Stief­mut­ter Kres­zen­tia wird von Anna als herb, aber flei­ßig, gut­mü­tig und ver­träg­lich cha­rak­te­ri­siert.19 Va­ter und Stief­mut­ter strei­ten nach An­ga­ben von Anna sehr häu­fig. Anna be­sucht von 1913 an die Volks­schu­le, dann eine Fort­bil­dungs­schu­le, ab 1923 ist sie als Dienst­magd in Augs­burg in Stel­lung.20

Miss­brauch An­nas ab ih­rem 12. Le­bens­jahr

Seit 1919 wird Anna laut Ge­richts­un­ter­la­gen von ih­rem 5 Jah­re äl­te­ren Bru­der Alo­is re­gel­mä­ßig se­xu­ell miss­braucht und ver­ge­wal­tigt, nach An­ga­ben von Anna als 12-jäh­ri­ge auch von ih­rem Va­ter.21 Eine Wo­che vor ih­rem 18. Ge­burts­tag wird Anna vom Amts­ge­richt Augs­burg am 24. Mai 1925 we­gen „Blut­schan­de“ zu 3 Mo­na­ten Ge­fäng­nis ver­ur­teilt, ob­wohl sie doch ein­deu­tig Op­fer und nicht Tä­te­rin ist.22 Es ist nicht un­ge­wöhn­lich, dass die Frau­en nach ih­rer Ver­ge­wal­ti­gung in die­ser Zeit we­gen Blut­schan­de ge­richt­lich be­langt wer­den, wäh­rend die Tä­ter straf­los da­von­kom­men.

Alo­is ist be­reits mehr­fach vor­be­straft und wird auch we­gen „Blut­schan­de“ an sei­ner Schwes­ter be­langt.23 Für Anna ist es die ers­te „Straf­tat“ über­haupt. We­der der (1927 ver­ster­ben­de) Va­ter noch die Stief­mut­ter noch das Ge­richt schüt­zen die jun­ge Frau, die we­der Zu­nei­gung noch ir­gend­ei­ne Form von Un­ter­stüt­zung oder Hil­fe von ir­gend­ei­ner Sei­te er­hal­ten hat. Zu­dem hat sie al­len Grund, an Recht und Ge­rech­tig­keit zu zwei­feln.

Anna ge­rät auf die „schie­fe Bahn“

Un­ter sol­chen Um­stän­den ist das Ab­glei­ten Anna Stög­bau­ers auf die schie­fe Bahn ab­seh­bar. Im Zeit­raum zwi­schen 1926 und 1939 wird sie we­gen zahl­rei­cher Klein­dieb­stäh­le, Bet­te­lei und Land­strei­che­rei, Un­ter­schla­gung, Ge­werbs­un­zucht, Land­strei­che­rei so­wie Be­am­ten­be­lei­di­gung in 19 Fäl­len an­ge­klagt und zu Ge­fäng­nis­stra­fen zwi­schen 2 Ta­gen Ge­fäng­nis bis zu 1 Jahr und zwei Mo­na­ten Zucht­haus ver­ur­teilt.24 Als sie im De­zem­ber 1927 erst­mals zu ei­ner Zucht­haus­stra­fe ver­ur­teilt wird, die sie im Frau­en­ge­fäng­nis Aich­ach ver­büßt, wird ein psy­cho­lo­gisch-so­zio­lo­gi­scher Be­fund­bo­gen über sie an­ge­legt.

Ein Bild „Foto der Kri­mi­nal­bio­lo­gi­schen Sam­mel­stel­le, 1929. (BayHS­tA)“ von 1929 zeigt eine zu­tiefst ver­un­si­cher­te und ver­ängs­tig­te jun­ge Frau.25

Gut­ach­ten über Anna Stög­bau­er

Im Be­fund­bo­gen ur­teilt Re­gie­rungs­rat Schla­ger über Anna, sie sei ein „dumm-dreis­tes Mäd­chen“, eine so­zia­le Pro­gno­se sei we­gen der „frü­hen Ver­derbt­heit“ des Mäd­chens sehr frag­lich. „Äu­ßers­te Stren­ge“ sei an­ge­bracht, „Ein­zel­haft emp­feh­lens­wert, da­mit sie ein­mal in sich geht und über ih­ren bis­he­ri­gen Le­bens­wan­del nach­den­ken kann“.26 Zur „Um­er­zie­hung“ kommt Anna zwei Mal je­weils für zwei Jah­re in ein Ar­beits­haus, von 1932–1934 nach St. Ge­or­gen-Bay­reuth, von 1937–1939 ins Ar­beits­haus Aich­ach.27

Ge­burt ei­ner Toch­ter

Am 4. März 1936 wird An­nas Toch­ter Fran­zis­ka Stög­bau­er in Augs­burg ge­bo­ren.28 Kinds­va­ter ist der In­va­li­den­rent­ner Franz Ler­chl aus Augs­burg.29 Toch­ter Fran­zis­ka wird von An­nas Schwes­ter Kres­zenz auf­ge­zo­gen.30

Be­stra­fun­gen fal­len im­mer dras­ti­scher aus

Ei­gent­lich sind es im­mer wie­der völ­lig harm­lo­se Ver­ge­hen, die Anna be­geht, sie klaut eine Ak­ten­ta­sche, eine Gei­ge, ein Ge­bet­buch, ei­nen Kin­der­wa­gen, eine Brief­ta­sche, es sind nie hö­he­re Be­trä­ge, um die es sich han­delt. Aber von Mal zu Mal fal­len die Stra­fen dras­ti­scher aus. In den Ur­teils­be­grün­dun­gen heißt es, dass die bis­he­ri­gen Stra­fen sie „nicht von ih­rem lie­der­li­chen Le­bens­wan­del ab­ge­hal­ten“ hät­ten.31

Der Tat­be­stand des „lie­der­li­chen Le­bens­wan­dels“ wird in sämt­li­chen Pro­zes­sen ab 1927 als straf­er­schwe­rend im­mer wie­der ins Feld ge­führt. Der so­zia­le Hin­ter­grund ih­rer Fa­mi­li­en­ge­schich­te bleibt sämt­li­chen Ur­teils­fin­dun­gen völ­lig aus­ge­blen­det und fin­det kei­ner­lei Be­rück­sich­ti­gung in der Ein­schät­zung ih­res Ver­hal­tens.

Ein­wei­sung ins Ar­beits­haus Aich­ach

Die Po­li­zei­di­rek­ti­on Augs­burg weist sie er­neut zwei Jah­re lang, vom 12.7.1937 bis zum 12.7.1939 in die Ar­beits­an­stalt Aich­ach auf der Rechts­grund­la­ge des Zi­geu­ner- und Ar­beits­scheu­en-Ge­set­zes ein.32

Tri­via­le Ver­ge­hen brin­gen sie ins Zucht­haus

Nach ih­rer Ent­las­sung aus dem Ar­beits­haus lernt Anna auf dem Augs­bur­ger Haupt­bahn­hof den um 11 Jah­re jün­ge­ren Ös­ter­rei­cher Rai­mund Oi­zin­ger ken­nen. Ge­mein­sam sind sie in der Ge­gend um Do­nau­wörth auf Ar­beits­su­che. Am 18. Ok­to­ber 1939 kom­men die bei­den zur Ka­pel­le auf dem Schel­len­berg. Oi­zin­ger bricht die 3 Op­fer­stö­cke auf, Anna steht Schmie­re. Sie er­beu­ten we­nig mehr als 5 RM.

Ei­nen Tag spä­ter ent­wen­den sie aus dem Ar­men­haus in Bai­er­dil­ling bei Rain am Lech ei­nen Geld­beu­tel, wie­der­um steht Anna Schmie­re. Oi­zin­ger ent­nimmt ei­nem Geld­beu­tel den Be­trag von 1,16 RM, aus ei­nem of­fen­ste­hen­den Schrank nimmt er die Brief­ta­sche mit 240 RM an sich. Sie ha­ben kei­ne Zeit, das Geld aus­zu­ge­ben, denn sie wer­den un­mit­tel­bar da­nach ver­haf­tet und kom­men in Un­ter­su­chungs­haft.

Pro­zess ge­gen Anna we­gen Dieb­stahls

Im Pro­zess am 24. Mai 1940 vor der 2. Straf­kam­mer des Land­ge­richts Augs­burg wird Rai­mund Oi­zin­ger zwei­er Ver­bre­chen des schwe­ren Dieb­stahls für schul­dig be­fun­den33 und zu ei­nem Jahr Ge­fäng­nis ver­ur­teilt. Die Ober­staats­an­walt­schaft Augs­burg holt bei der Kri­mi­nal­bio­lo­gi­schen Sam­mel­stel­le im Ja­nu­ar 1940 ein Gut­ach­ten über Anna Stög­bau­er ein.

Vor­ver­ur­tei­lung durch Gut­ach­ten der Kri­mi­nal­bio­lo­gi­schen Sam­mel­stel­le

Der Stell­ver­tre­ten­de Lei­ter der Sam­mel­stel­le kommt zur Ein­schät­zung:

„Die zahl­rei­chen Vor­stra­fen, die be­trächt­li­che Ge­samt­sum­me der ver­büß­ten Straf­zei­ten, die so viel wie völ­li­ge Un­be­ein­fluss­bar­keit durch Stra­fen … las­sen die Pro­ban­din als ge­fähr­li­che Ge­wohn­heits­ver­bre­che­rin er­schei­nen. Die so­zia­le Pro­gno­se ist durch­aus un­güns­tig. Stög­bau­er wird wie­der­um in er­heb­li­chem Maße rück­fäl­lig wer­den. Sie ist durch Stra­fen we­der zu er­zie­hen noch ab­zu­schre­cken. Es ist des­halb im An­schluß an die neue Stra­fe die Si­cher­heits­ver­wah­rung zu be­für­wor­ten“.34

Ge­mäß die­ser Pro­gno­se zeigt sich das Ge­richt nicht zim­per­lich. Anna Stög­bau­er als Hel­fe­rin wird „als ge­fähr­li­che Ge­wohn­heits­ver­bre­che­rin“ des schwe­ren Dieb­stahls im Rück­fall (i.R.) zu 2 Jah­ren und 7 Mo­na­ten Zucht­haus mit an­schlie­ßen­der Si­cher­heits­ver­wah­rung ver­ur­teilt. Die bür­ger­li­chen Eh­ren­rech­te wer­den Anna Stög­bau­er auf die Dau­er von 3 Jah­ren ab­erkannt, der Haft­be­fehl ge­gen Oi­zin­ger wird auf­ge­ho­ben. Die je­weils 7 Mo­na­te Un­ter­su­chungs­haft wer­den auf das Ur­teil an­ge­rech­net.35

Ur­teils­be­grün­dung

Das weit­aus stren­ge­re Ur­teil für Anna Stög­bau­er be­grün­det das Land­ge­richt Augs­burg wie folgt:

„Bei der Häu­fung ih­rer Ta­ten, bei de­nen Dieb­stäh­le … und lie­der­li­cher Le­bens­wan­del Hand in Hand ge­hen ist auch die Fra­ge zu be­ja­hen, dass die An­ge­klag­te in Bäl­de wie­der rück­fäl­lig wer­den wür­de. … Die Ge­wis­sen­lo­sig­keit, mit der sie auch Leu­te schä­dig­te, wel­che ihr Un­ter­kunft ge­währt hat­ten, lässt ih­ren ver­bre­che­ri­schen Hang noch be­deut­sa­mer er­schei­nen, weil hier eine gro­ße Kalt­blü­tig­keit of­fen­bar wird. … Dass sie ei­nen lie­der­li­chen Le­bens­wan­del ei­ner mit Ar­beit ver­bun­de­nen Le­bens­füh­rung vor­zog, be­weist der Um­stand am schla­gen­ds­ten, dass sie nach ver­büß­tem zwei­jäh­ri­gen Ar­beits­haus in der Kriegs­zeit, … nichts Bes­se­res zu tun hat­te, als den jun­gen Mit­an­ge­klag­ten durch ein Ver­hält­nis an sich zu ket­ten und mit ihm op­fer­stock­plün­dernd und steh­lend durchs Land zu zie­hen. Ihre Un­ver­bes­ser­lich­keit, auf die schon weit zu­rück­lie­gen­de Ur­tei­le hin­wei­sen, muss be­jaht wer­den“.36

Si­cher­heits­ver­wah­rung im An­schluss an die Zucht­haus­stra­fe

Die öf­fent­li­che Si­cher­heit er­for­de­re zu­dem im An­schluss an die Zucht­haus­stra­fe die An­ord­nung der Si­cher­heits­ver­wah­rung ge­mäß § 42e RStGB:

„Wer wie die An­ge­klag­te er­war­ten lässt, dass er sei­ne Rechts­brü­che auch nach ver­büß­ter Stra­fe fort­set­zen wird, wer nach zwei Jah­ren Ar­beits­haus in kei­ner Wei­se ge­bes­sert er­scheint, bil­det eine der­ar­ti­ge Ge­fahr für die All­ge­mein­heit, dass er ver­wahrt wer­den muss“.37

Ob­wohl das Ur­teil ge­gen Anna Stög­bau­er oh­ne­hin mit ei­ner Zucht­haus­stra­fe von 2 Jah­ren und 7 Mo­na­ten dras­tisch ge­nug aus­fällt, ist das Ge­richt in sei­ner Be­grün­dung be­son­ders be­müht, sie als ge­fähr­li­che Ge­wohn­heits­ver­bre­che­rin er­schei­nen zu las­sen und die Not­wen­dig­keit ei­ner Si­cher­heits­ver­wah­rung als un­um­gäng­lich hin­zu­stel­len.

Rechts­grund­la­ge

Die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten hat­ten im „Ge­setz ge­gen ge­fähr­li­che Ge­wohn­heits­ver­bre­cher und über Maß­re­geln der Si­che­rung und Bes­se­rung“ vom 24. No­vem­ber 1933 als No­vel­le den § 42e in das Reichs­straf­ge­setz­buch (RStGB) ein­ge­führt.38 Maß­re­geln ne­ben der „Si­che­rungs­ver­wah­rung“ wa­ren die Zwangs­un­ter­brin­gung in Heil- und Pfle­ge­an­stal­ten, Trin­ker­heil­an­stal­ten, Ent­zie­hungs­an­stal­ten und Ar­beits­häu­sern, die Un­ter­sa­gung der Be­rufs­aus­übung, die Reichs­ver­wei­sung und die „Ent­man­nung“ „ge­fähr­li­cher Sitt­lich­keits­ver­bre­cher“.39

In­fol­ge die­ser Rechts­la­ge wird Anna Stög­bau­er ins Frau­en­ge­fäng­nis nach Aich­ach über­stellt.40 Dort ver­bleibt sie vom Mai 1940 bis zum Fe­bru­ar 1943.

„Ver­nich­tung durch Ar­beit“ in Ausch­witz

Ge­mäß ei­ner Ver­ein­ba­rung des Reichs­jus­tiz­mi­nis­ters Otto Ge­org Thierack mit dem Reichs­mi­nis­ter des In­ne­ren, Hein­rich Himm­ler vom 18. Sep­tem­ber 1942 kön­nen Häft­lin­ge mit lan­gen Haft­stra­fen oder Si­che­rungs­ver­wah­rung zur „Ver­nich­tung durch Ar­beit“ nach Ausch­witz ge­schickt wer­den:

„Aus­lie­fe­rung aso­zia­ler Ele­men­te aus dem Straf­voll­zug an den Reichs­füh­rer SS zur Ver­nich­tung durch Ar­beit. Es wer­den rest­los aus­ge­lie­fert die Si­che­rungs­ver­wahr­ten, Ju­den, Zi­geu­ner, Rus­sen und Ukrai­ner, Po­len über 3 Jah­re Stra­fe, Tsche­chen oder Deut­sche über 8 Jah­re Stra­fe nach Ent­schei­dung des Reichs­jus­tiz­mi­nis­ters …“.41

Er­mor­dung in Ausch­witz

In gna­den­lo­ser Kon­se­quenz lau­fen dem­entspre­chend von Aich­ach aus meh­re­re Trans­por­te ins Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz. Anna Stög­bau­er kommt mit dem 4. Ge­fan­ge­nen­trans­port vom 13. Fe­bru­ar 1943 mit 38 wei­te­ren Frau­en nach Ausch­witz42 Mit ei­ner an Si­cher­heit gren­zen­den Wahr­schein­lich­keit wird sie in Ausch­witz er­mor­det. Ihr To­des­da­tum ist auf den 26. Au­gust 1943 da­tiert.43

© Bio­gra­fie ver­fasst von Dr. Bern­hard Leh­mann, Ge­gen Ver­ges­sen­Für De­mo­kra­tie, Re­gio­na­le Ar­beits­grup­pe Augs­burg-Schwa­ben

Fuß­no­ten

  1. Die Bio­gra­fie ent­stand dank des vor­züg­li­chen Bei­trags von Dr. Franz Jo­sef Merkl, An den Rän­dern der „Volksgemeinschaft“-Frauenschicksale in der Straf­an­stalt Aich­ach 1933–45, in: Alt­bay­ern in Schwa­ben, Aich­ach 2018, S. 101–164. Herr Dr. Merkl über­ließ mir freund­li­cher­wei­se Do­ku­men­te aus dem Staats­ar­chiv Mün­chen, die dort zum Ge­richts­ver­fah­ren vom 24.5.40 ge­gen Anna Stög­bau­er „der­zeit nicht auf­find­bar“ sind. Eine Viel­zahl von Do­ku­men­ten fin­den sich im BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Nr. 385 und Nr. 23819 Psy­cho­lo­gisch-so­zio­lo­gi­scher Be­fund­bo­gen Anna Stög­bau­er. ↩
  2. Stadt­AGerst, MB Ju­li­us Stög­bau­er. Ju­li­us Stög­bau­er ist am 21.08.1879 in Scheureck/Landkreis Pracha­titz in Böh­men ge­bo­ren. Des­sen El­tern sind Jo­hann Stög­bau­er, In­woh­ner in Scheu­reck Nr. 17, ehe­li­cher Sohn des Franz Stög­bau­er, Scheu­reck Nr. 12, und des­sen Ehe­weib Ma­ria Anna ge­bo­re­ne Ha­sel­ber­ger aus Ad­ler­hüt­te, alle Be­zirks­haupt­mann­schaft Pracha­titz. Aus­kunft von Ger­not Pe­ter, Vor­sit­zen­der der Zeit­schrift Böh­mer­wald und des Böh­mer­wald­hei­mat­kreis Pracha­titz vom 18.10.19. Vgl. eben­so: https://​digi​.ces​ke​ar​chi​vy​.cz/​4​8​2​1​/​1​0​6​/​1​2​5​2​/​1​7​1​7​/​1​5​0/0. Ju­li­us ver­stirbt am 21. Sep­tem­ber 1927 an den Fol­gen ei­nes Au­to­un­falls in Gerst­ho­fen. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385; Die Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le in Bay­ern wur­de 1924 beim Zucht­haus Strau­bing zur kri­mi­no­lo­gi­schen Be­ur­tei­lung von Straf­ge­fan­ge­nen er­rich­tet und hat­te 1930–1945 ih­ren Sitz in Mün­chen. Über­lie­fert sind über 40.000 Un­ter­su­chungs­ak­ten (psy­cho­lo­gisch-so­zio­lo­gi­sche Be­fund­bö­gen, Gut­ach­ten, Be­rich­te) und Fo­tos, ent­stan­den im Zeit­raum 1918 bis 1944, auch von Häft­lin­gen in au­ßer­baye­ri­schen Straf­an­stal­ten. ↩
  3. Ma­ria Anna Stög­bau­er, geb. Kap­fer, geb. in Gerst­ho­fen 1872, ver­stor­ben am 27.3.1909 in Gerst­ho­fen. ↩
  4. Stadt­AGerst, Fa­mi­lie Stög­bau­er, Nr. 3231–210082: Sig­mund Kap­fer, geb. 12.1.1894 in Gerst­ho­fen, ver­stor­ben am 9.11.1962, Hei­rat am 15.11.1919 mit Ma­ria Ka­tha­ri­na, geb. Amon, geb. am 25.3.1892 in Kip­fen­berg. Der Va­ter von Sig­mund Kap­fer ist der Mau­rer­ge­hil­fe Sig­mund Ze­het­mai­er aus Ro­sen­heim. Stadt­ar­chiv Gerst­ho­fen, Ge­burts­ur­kun­de Sig­mund Kap­fer. ↩
  5. Adel­gun­de Kap­fer, geb. am 20.8.1899, verh. Peiß­ner, verst. am 19.3.1934: Nach­laß­ge­richt Nörd­lin­gen, NL Kres­zenz Schwei­er, AZ VI 100405/85. Der Va­ter ist un­be­kannt. Ge­burts­ur­kun­de von Adel­gun­de Kap­fer im Stadt­ar­chiv Gerst­ho­fen. ↩
  6. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. Ju­li­us Stög­bau­er wird we­gen Dieb­stahls 1925 ver­ur­teilt, war al­ler­dings zu die­ser Zeit 18 Mo­na­te be­schäf­ti­gungs­los. ↩
  7. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. ↩
  8. Alo­is Stög­bau­er, geb. am 23.8.1902 in Gerst­ho­fen, ver­stor­ben am 13.5.1978 in Fürs­ten­zell: Aus­kunft Stadt­ar­chiv Gerst­ho­fen. Im kri­mi­nal­bio­lo­gi­schen Gut­ach­ten vom 15.11.1930 wird Alo­is wie folgt be­schrie­ben: „Nach Hei­mat­be­richt ein ar­beits­scheu­er Streu­ner, we­gen Blut­schan­de mit der Pro­ban­din be­straft. Nach Pfarr­be­richt mit aus­ge­präg­tem Hang zum Steh­len be­haf­tet“, BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. Die­ses Gut­ach­ten wur­de auf Bit­ten der Ober­staats­an­walt­schaft Mün­chen am 7.11.1939 „we­gen Straf­ver­fol­gung und Si­che­rungs­ver­wah­rung“ in re­vi­dier­ter und ak­tua­li­sier­ter Form noch­mals vor­ge­legt. ↩
  9. Vgl. Stadt­AGerst, Ge­burts­ur­kun­den von Jo­sef Kap­fer, geb. 21.2.1901 und Vik­to­ria Kap­fer, geb. 19.8.1903 so­wie von Alo­is, geb. am 23.8.1902. ↩
  10. Ge­mel­det ist das Ehe­paar in Gerst­ho­fen, Hausnr. 13 ½. (= heu­te Do­nau­wör­ther Str. 22). Ab 1910 zieht Ju­li­us Stög­bau­er mit sei­ner zwei­ten Ehe­frau Kres­zenz Schnei­der in die Fa­brik­stra­ße 80 (= heu­ti­ge Lud­wig-Her­mann-Stra­ße 80). Bei sei­nem Tod im Jahr im Jahr 1927 ist Ju­li­us Stög­bau­er in der Do­nau­wör­ther Stra­ße 19 ge­mel­det: Aus­kunft Stadt­ar­chiv Gerst­ho­fen vom 25.11.19. Nach ei­ge­ner Aus­kunft bleibt Anna Stög­bau­er bis zum 18. Le­bens­jahr bei den El­tern bzw. der Stief­mut­ter wohn­haft. Die Do­nau­wör­ther Str. 19 hat als ihr letz­ter frei ge­wähl­ter Wohn­sitz zu gel­ten. ↩
  11. Kres­zenz Stög­bau­er geb. 6.1.1906, verst. am 15.8.1985 in Har­burg. Kres­zenz Stög­bau­er hei­ra­tet in Har­burg Adolf Schwei­er, der lan­ge vor ihr ver­stirbt. Sie war jahr­zehn­te­lang von 1963 an als Lei­chen­frau in Har­burg tä­tig und scheint auch Pfle­ge­kin­der bei sich auf­ge­nom­men zu ha­ben. Kres­zenz Schwei­er, geb. Stög­bau­er wur­de am 21.8.1985 im West­fried­hof Augs­burg ein­ge­äschert, ihre Asche wur­de im Grab der Fa­mi­lie Kap­fer bei­gesetzt. (Aus­kunft Inge Wild am 28.10.2019). ↩
  12. Stadt­AGerst, Ge­burts­ur­kun­den von Kres­zenz Stög­bau­er und Anna Stög­bau­er. ↩
  13. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. ↩
  14. Stadt­AGerst, Ju­li­us Stög­bau­er. ↩
  15. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. Schrei­ben der Staats­an­walt­schaft beim LG Mün­chen I, 15.11.1930. Das Gut­ach­ten, das auf An­for­de­rung der Ober­staats­an­walt­schaft am 7.11.39 noch­mals ak­tua­li­siert wur­de, er­wähnt Rosa Stög­bau­er als An­nas Halb­schwes­ter, die Ende 1939 in Furth i. Wal­de als Rosa Don­um­bau­er ver­hei­ra­tet war. ↩
  16. Die zwei­te Ehe­frau von Ju­li­us Stög­bau­er, Kres­zenz Stög­bau­er, geb. Schnei­der ver­stirbt 1939 in Augs­burg. In die Ehe mit Ju­li­us Stög­bau­er bringt sie ih­ren un­ehe­li­chen Sohn Jo­sef Schnei­der, (geb. 16.1.1901, verst. 1964). Kres­zen­tia und ihr Sohn Jo­sef sind in Schö­ne­berg, Be­zirks­amt Min­del­heim ge­bo­ren. Stadt­ar­chiv Gerst­ho­fen, Aus­kunft Nr. 3231–210082. ↩
  17. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. ↩
  18. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. Schrei­ben der Staats­an­walt­schaft beim LG Mün­chen I, 15.11.1930. ↩
  19. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. ↩
  20. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le 23819 Anna Stög­bau­er, hand­ge­schrie­be­ner Le­bens­lauf Anna Stög­bau­er. ↩
  21. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. ↩
  22. StAM, Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten 10754. Ur­teil 4 KLs 2/40 vom 24.5.1940. ↩
  23. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. Schrei­ben der Staats­an­walt­schaft beim LG Mün­chen I, 15.11.1930. ↩
  24. Die Straf­lis­te ih­rer Ver­ge­hen fin­det sich im An­hang an das Ver­fah­ren vom 24.5.1940, sie­he oben. Auf die ein­zel­nen Ver­ge­hen wird im Straf­ver­fah­ren vom 24.5.1940 aus­führ­lich ein­ge­gan­gen, S. 6–11. Vgl. eben­so BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Nr. 385 Stög­bau­er Anna. ↩
  25. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le Nr. 385. Schrei­ben der Staats­an­walt­schaft beim LG Mün­chen I, 15.11.1930. Der kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Be­richt be­merkt hier­zu: „Kör­per­lich grob und ro­bust ge­baut, bie­tet die St(ögbauer) auf dem Licht­bil­de bei klei­ner Sta­tur und hie­zu über­reich­li­chem Ge­wicht so­wie mit ih­rer kon­ka­ven Nase und dem brei­ten Ge­sicht die Merk­ma­le der al­pi­nen Ras­se.“ Das Bild von Anna Stög­bau­er stammt aus der JVA Aich­ach. Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Bild Nr. 30823. Ein spä­te­res Bild, eben­falls in Aich­ach 1940 auf­ge­nom­men, zeigt eine stark ab­ge­ma­ger­te, ver­härm­te, ver­bit­ter­te Frau. Bild JVA 10754 von 1940. ↩
  26. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Nr. 23819 Gut­ach­ten vom 30.1.1928. ↩
  27. Eben­da. ↩
  28. Nach­lass­ge­richt Nörd­lin­gen, AZ VI 100405/85. Fran­zis­ka Stög­bau­er verh. Sto­ver ver­starb 36-jäh­rig am 19.4.1972 in den USA und ist auf dem Mey­er Ce­me­tery, Bel­le­fon­te, Buf­fa­lo Run, Cent­re Coun­ty, Penn­syl­va­nia, USA be­gra­ben: https://​de​.fin​da​gra​ve​.com/​m​e​m​o​r​i​a​l​/​2​8​7​9​6​6​7​2​/​f​r​a​n​z​i​s​k​a​-​s​t​o​ver. ↩
  29. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Nr. 385 Stög­bau­er Anna. ↩
  30. Aus­kunft von Inge Wild, 28.10.2019. Kres­zenz Stög­bau­er zog nach de­ren Aus­kunft Pfle­ge­kin­der groß. Da­her er­scheint es plau­si­bel, dass sie auch die Toch­ter von Anna Stög­bau­er, Fran­zis­ka, geb. am 4.3.1936, auf­ge­zo­gen hat. ↩
  31. StAM, Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten 10754. Ur­teil 4 KLs 2/40 vom 24.5.1940. Ur­teils­be­grün­dung S. 7. ↩
  32. StAM, Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten 10754. Ur­teil 4 KLs 2/40 vom 24.5.1940: Auf­lis­tung der Ver­ge­hen der An­ge­klag­ten Anna Stög­bau­er. Vgl. „Bre­mi­sche Ge­setz zum Schut­ze der Be­völ­ke­rung vor Be­läs­ti­gung durch Zi­geu­ner, Land­fah­ren­de und Ar­beits­scheue“ vom 10.8.1933. Die­ses Ge­setz stand in der Tra­di­ti­on des Ge­set­zes zur Be­kämp­fung von Zi­geu­nern, Land­fah­rern und Ar­beits­scheu­en (16.7.1926), in: Ge­setz- und Ver­ord­nungs­blatt für den Frei­staat Bay­ern 1926, S. 359–361. Vgl. BayHS­tA, Minn 71561: Voll­zug des Zi­geu­ner- und Ar­beits­scheu­en­ge­set­zes, Sep­tem­ber 1932–1934. ↩
  33. StAM, Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten 10754. Ur­teil 4 KLs 2/40 vom 24.5.1940. ↩
  34. BayHS­tA, Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Nr. 23819 Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sches Gut­ach­ten von OMR Dr. Viern­stein. ↩
  35. Eben­da, Ur­teil vom 24.5.1940. ↩
  36. Eben­da. ↩
  37. Eben­da. ↩
  38. Sie­he hier­zu aus­führ­lich: Ju­lia Hör­ath, „Aso­zia­le“ und „Be­rufs­ver­bre­cher“ in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern 1933 bis 1938; Göt­tin­gen 2017, S. 123ff. ↩
  39. So der be­rüch­tig­te § 42e, Ge­wohn­heits­ver­bre­cher­ge­setz, RGBl 1933, S. 996. Das Ge­setz ver­stieß fun­da­men­tal ge­gen das klas­sisch-li­be­ra­le Ge­bot der Zweck­un­ge­bun­den­heit von Stra­fe, das als ein­zi­gen, abs­trak­ten Straf­zweck die Wie­der­her­stel­lung von Norm mit­tels Süh­ne des ver­gan­ge­nen Un­rechts zu­ließ. So Ju­lia Hör­ath, a.a.O., S. 125. ↩
  40. StAM, JVA 10754: Straf­lis­te Staats­an­walt­schaft Augs­burg vom 28.10.1939 und Ur­teil vom 24.5.1940; StAM, JVA Ge­fan­ge­nen­buch Si­cher­heits­ver­wah­rung ab 1.4.1941 bis 1945. ↩
  41. Be­richt Thieracks über eine Be­spre­chung mit Himm­ler am 18. Sep­tem­ber 1942, Do­ku­ment 654-PS, ab­ge­druckt bei IMT: Der Nürn­ber­ger Pro­zess ge­gen die Haupt­kriegs­ver­bre­cher…, fo­to­mech. Nach­druck Mün­chen 1989, Do­ku­men­te Bd. 26, hier S. 201 und 203. ↩
  42. Laut Staats­ar­chiv Mün­chen, JVA: Ge­fan­ge­nen­buch Si­che­rungs­ver­wah­rung ab 1.April 1941–1945 (Aich­ach) wa­ren es 34 Frau­en. ↩
  43. Nach­lass­ge­richt Nörd­lin­gen, AZ VI 100405/85; https://​www​.ushmm​.org/​o​n​l​i​n​e​/​h​s​v​/​p​e​r​s​o​n​_​a​d​v​a​n​c​e​_​s​e​a​r​c​h​.​php. ↩

Quel­len- und Li­te­ra­tur­ver­zeich­nis

Un­ver­öf­fent­lich­te Quel­len:

Baye­ri­sches Haupt­staats­ar­chiv (BayHS­tA)
– Kri­mi­nal­bio­lo­gi­sche Sam­mel­stel­le, Nr. 385
– Psy­cho­lo­gisch-so­zio­lo­gi­sche Be­fund­bö­gen Nr. 23819

Nach­lass­ge­richt Nörd­lin­gen
– AZ VI 100405/85

Staats­ar­chiv Mün­chen (StAM)
– JVA 10754: Straf­lis­te Staats­an­walt­schaft Augs­burg vom 28.10.1939 und Ur­teil vom 24.5.1940
– JVA Ge­fan­ge­nen­buch Si­cher­heits­ver­wah­rung ab 1.4.1941 bis 1945

Stadt­ar­chiv Gerst­ho­fen (Stadt­AGerst)
– Fa­mi­lie Stög­bau­er, Nr. 3231–210082

In­ter­view mit Inge Wild am 25.10.2019

Ver­öf­fent­lich­te Quel­len:

In­itia­tiv­kreis Stol­per­stei­ne für Augs­burg und Um­ge­bung
(https://​stol​per​stei​ne​-augs​burg​.de/)
– Foto: Stol­per­stein

In­ter­net:
Li­te­ra­tur:

Ju­lia Hör­ath, „Aso­zia­le“ und „Be­rufs­ver­bre­cher“ in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern 1933 bis 1938, Göt­tin­gen 2017.

Franz Jo­sef Merkl, An den Rän­dern der „Volks­ge­mein­schaft“– Frau­en­schick­sa­le in der Straf­an­stalt Aich­ach 1933–45, in: Alt­bay­ern in Schwa­ben, Aich­ach 2018, S. 101–164.

Foto auf­ge­nom­men im Frau­en­ge­fäng­nis Aich­ach, 1940. (StAM)
Foto der Kri­mi­nal­bio­lo­gi­schen Sam­mel­stel­le, 1929. (BayHS­tA)
Für Anna Stög­bau­er wur­de am 20.07.2021 ein Stol­per­stein ver­legt.
Lis­te der Ge­fan­ge­nen im Frau­en­ge­fäng­nis Aich­ach. (Arol­sen Ar­chi­ves)