Täter*innen

Ver­fol­gung und Aus­gren­zung wa­ren kei­ne abs­trak­ten Vor­gän­ge. Sie wur­den von Men­schen ge­plant, an­ge­ord­net und um­ge­setzt. Ex­em­pla­risch wer­den hier Per­so­nen vor­ge­stellt, die im Zu­sam­men­hang mit dem Schick­sal der Frau­en von Aich­ach Ver­ant­wor­tung tru­gen.

Lud­wig Schem­mel

Lud­wig Schem­mel war von 1931 bis 1945 An­stalts­arzt der Frau­en­straf­an­stalt Aich­ach und wirk­te ak­tiv an der Um­set­zung der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Zwangs­ste­ri­li­sa­ti­ons­po­li­tik mit. Nach sei­ner Ein­stu­fung als „Mit­läu­fer“ kehr­te er 1948 in den An­stalts­dienst zu­rück, ob­wohl sein ge­walt­sa­mes und men­schen­ver­ach­ten­des Ver­hal­ten ge­gen­über in­haf­tier­ten Frau­en auch nach dem Krieg do­ku­men­tiert ist.

Anna Dimpfl

Anna Dimpfl war von 1926 bis 1959 An­stalts­leh­re­rin in der Frau­en­straf­an­stalt Aich­ach und ver­mit­tel­te wäh­rend der NS-Zeit na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Frauen‑, Ras­­sen- und Ge­sell­schafts­bil­der. Ihre Be­ur­tei­lun­gen po­li­ti­scher Ge­fan­ge­ner konn­ten weit­rei­chen­de Fol­gen ha­ben und tru­gen in ein­zel­nen Fäl­len dazu bei, dass Frau­en nach ih­rer Haft­ent­las­sung der Ge­sta­po über­ge­ben wur­den.